Guten Morgen, Herr Lehrer – Dorfschullehrer erzählen. 1959-1967


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Guten Morgen, Herr Lehrer – Dorfschullehrer erzählen. 1959-1967

Artikel-Nr.: ZEITGUT-26

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Unterhaltsame und heitere Erinnerungen an die einklassige Dorfschule im Nachkriegs-Deutschland

Hsg. Ingrid Hantke und Jürgen Kleindienst
Paperback, 256 Seiten mit vielen Abbildungen, Ortsregister, Klappenbroschur
Format: 13 x 19 cm


Zum Buch
Wer auf dem Land groß geworden ist, kennt sie noch, die einklassige Dorfschule, in der die Schüler aller Altersgruppen gemeinsam in einem Raum unterrichtet wurden. Die Lehrer Siegfried Kirchner, Manfred Wenderoth und Egon Busch begannen Anfang der 1960er Jahre in solchen Dorfschulen ihre Laufbahn in Westdeutschland. Heiter, witzig, oft auch skurril sind die Anekdoten und Geschichten aus dieser Zeit, als der Herr Lehrer neben dem Bürgermeister und dem Pastor noch zu den hochgeachteten Persönlichkeiten im Dorf zählte. Egon Busch schildert am Ende des Buches, wie der Wandel des Schulsystems auch das Dorf erreichte. 1968 kam dann das endgültige Aus für die «Zwergschulen».
Mit einem Schuss jugendlicher Unbeschwertheit stand jeder der drei frischgebackenen Junglehrer damals vor einer neuen Herausforderung. Manfred Wenderoth und Egon Busch beginnen ihre Lehrerlaufbahn in Rheinland-Pfalz, Siegfried Kirchner tritt seine erste Stelle in einem Dorf in Mittelfranken an. Die Drei erleben in der Folge eine Fülle ausgefallener, oft lustiger Begebenheiten. Sie erzählen im Buch von kuriosen Begebenheiten aus dem Klassenzimmer und dem Dorfalltag, von Wanderungen und Festen und von Klassenfahrten der «Landeier» in Großstädte.
Immer wieder müssen die jungen Lehrer unvorhersehbare Situationen meistern. Flexibilität ist gefragt, wenn während des Unterrichts plötzlich ein Feuer im Schulhaus ausbricht, der Kollege in der Parallelklasse aber unbedingt noch seine Hausaufgaben aufgeben möchte. Zuweilen kann der Lehrer auch nur hilflos zusehen, wie ein verwilderter großer Hund täglich die Kinder auf dem Schulhof in Angst und Schrecken versetzt. Ein andermal gefährden Jungbullen die Bundesjugendspiele im Dorf.
Ein komisches Bild gibt der Lehrer ab, der seine Klasse vom Birnbaum aus beaufsichtigt, ein anderer lernt im Biologieunterricht plötzlich selbst noch etwas dazu, als sich seine Klasse als ein Trupp erfahrener Maulwurfsjäger entpuppt.
Es sind herrlich unterhaltsame Schulgeschichten, die bei den Lesern Erinnerungen an ähnliche Episoden aus der eigenen Schulzeit wecken werden. Aus den Schilderungen aller drei Autoren spricht die große Liebe zu ihrem Beruf und zu ihren Schülerinnen und Schülern.

Aus dem Inhalt
Der Birnbaumpädagoge - Ein außergewöhnlicher Schulrat - Die verpaßten Schulferien - Maulwürfe - Unerwarteter Besuch - Eingeschneit - Ein leichtsinniges Versprechen - Der fremde Hund - Oh Schreck - alle Kinder weg! - Eine Wohnung wie im Mittelalter - Nackedeis im Unterricht - Für Mädchen verboten!? - Stilblüten - Auf Klassenfahrt - «Landeier» in der Großstadt - Verlaufen und beinahe vergiftet - Feuer!

Textauszug
Freundliche Aufnahme in Degersheim Lehrer Siegfried Kirchner erzählt: Schon einige Wochen nach meiner Ankunft in Degersheim wurde ich zu einer Hochzeit eingeladen. Ich fragte den Bräutigam, ob dies in Zukunft bei jeder Heirat zu erwarten sei. Er antwortete mir:«Das ist doch selbstverständlich, Sie gehören jetzt zur Dorfgemeinschaft und müssen bei jeder Hochzeit dabei sein.» Nach der kirchlichen Trauung traf man sich im großen Saal des Wirtshauses zum Mittagessen. Ich erhielt einen Ehrenplatz neben dem Pfarrer, schräg gegenüber dem Brautpaar. Mir war zwar bekannt, daß es bei einer Bauernhochzeit recht üppig zugeht, aber was jetzt auf mich zukam, übertraf meine kühnsten Erwartungen: Zunächst gab es eine fränkische Hochzeitssuppe mit Klößchen, von deren Genuß allein man schon fast satt wurde. Anschließend gab es Platten mit riesigen Portionen Rindfleisch, die, wie ich erfuhr, jeweils ein Pfund wogen und die Größe von Kindsköpfen erreichten. Zum Fleisch aß man Meerrettich, Weißbrot und Preiselbeeren. Ich hatte gerade den aussichtslosen Kampf gegen meine Mammutportion begonnen, als schon wieder Platten hereingebracht wurden. Darauf lagen gewaltige Mengen von Schweinefleisch in ebenso großen Stücken wie zuvor das Rindfleisch. Dazu wurden Kartoffelsalat und andere Beilagen aufgetischt. Mir war klar, daß kein normaler Mensch all die Speisen vertilgen konnte. So war ich gespannt, wie dieser Schmaus wohl enden würde. Bald kam des Rätsels Lösung: Es wurde Pergamentpapier ausgeteilt, und jeder durfte einpacken und nach Hause mitnehmen, was er von seiner Portion nicht verzehren konnte. Ich weiß noch, daß ich mich von dem Fleisch, das ich in mein Zimmer mitnahm, einige Tage ernährt habe.
 

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